Texte & Musik zum Totensonntag 2014

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Hospizgruppe Land Hadeln feiert 15-jähriges Bestehen

Jubiläum mit Tag der offenen Tür und Theateraufführung begangen / Fazit: „Hospizarbeit hat das Sterben aus der Tabuzone geholt"

Mit gleich zwei Veranstaltungen feierte die Hospizgruppe Land Hadeln am Wochenende ihr 15-jähriges Jubiläum. Am Freitagabend war die französische Puppenbühne "Compagnie de l'Echelle" mit dem Stück „Alle Großmütter sind Engel" zu Gast in den Seelandhallen. Darin handelte es sich um ein Kind, das für sich im Altenheim eine Großmutter sucht Dabei trat Bettina Vielhaber nicht nur als Puppenspielerin auf. sondern schlüpfte selbst in eine Rolle als Schauspielerin. Mit dem Stück traf sie genau das Motto der Hospizgruppe. „Leben bis zuletzt".

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Am Sonnabend folgte der Tag der offenen Tür rund um das Büro der Hospizgruppe in der Otterndorfer Sackstraße. In der Stadtscheune stellten sich neben der Hospizgruppe Einrichtungen vor, die Menschen in ihren verschiedenen Lebensphasen begleiten. Beginnend bei der Hebamme über den Kindergarten, die Diakonie, Pflegeeinrichtungen bis hin zum Bestattungsinstitut wurde der „Kreis des Lebens" nachgebildet. Umrahmt durch musikalische Darbietungen von Ilse Tiedemann, Kai Rudi, dem „Logos Chor' und dem Gospelchor Otterndorf gab es stündlich Vorträge zu verschiedenen Themen. Für die Hospizgruppe etwa vermittelte die Koordinatorin Birgit Meyer Einblicke in ihre Arbeit, bevor Doris Heinsohn eindruckvoll aus ihrer Tätigkeit als ehrenamtliche Sterbebegleiterin und ihren Weg dorthin berichtete.

Pastor Bert Hitzegrad als Vorsitzender des Hospizvereins dankte allen Mitarbeitern und Helfern für ihren Einsatz sowie der Stadt Otterndorf für die Bereitstellung der Räumlichkeiten: „Zusammen haben wir den Hospizgedanken in die Öffentlichkeit getragen und den Menschen ein wenig die Angst vorm Sterben genommen."

Otterndorfs Bürgermeister Claus Johannsen sprach in seinen Grußworten von einem immer schneller werdenden Leben und von der Hospizarbeit als Ausdruck einer gesellschaftlichen Veränderung. Er bedankte sich bei den Ehrenamtlichen dafür, dass sie sich dieser Herausforderung stellten. Rosemarie Fischer von der Landesarbeitsgcmeinschaft der Hospizgruppen sagte, dass es in der Hospizarbeit keine Lösungen im Sinne von Patentrezepten gebe. Sie bezeichnete die Sterbebegleiter daher als Kräfte, die Lösungen in Bewegung setzen würden.

Thomas Schult (NEZ vom 22.09.2014)

 

Bilder vom Tage

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Kreislauf des Lebens: Hospizgruppe lädt zu Jubiläumsveranstaltungen ein

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„Es zählt zu den großen Verdiensten der Hospizbewegung, dass sie eine Diskussion darüber angestoßen hat, was humanes Sterben ausmacht. Nicht der Tod, nicht das Ende, steht im Mittelpunkt, sondern ‚Leben bis zuletzt'."

Mit diesen Worten würdigt Cornelia Rundt, die niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung die Arbeit der Hospizgruppe Land Hadeln e.V. Für die Jubiläumsveranstaltungen der Hospizgruppe hat die Ministerin die Schirmherrschaft übernommen. Nach einer Ausstellung mit Fotos im August über das „Leben im Hospiz" lädt die Hospizgruppe nun im September zu weiteren Jubiläumsveranstaltungen ein.

 

Am Freitag, dem 19. September gastiert das Puppentheater Compagnie de l'Echelle aus Frankreich in den Seelandhallen in Otterndorf mit dem Theaterstück „Alle Großmütter sind Engel". Die Aufführung beginnt um 19.00 Uhr. Das Stück, in dem ein Mädchen sich in einem Altenheim eine Großmutter sucht, ist auch für Kinder ab 6 Jahren und Familien geeignet. Der Eintritt ist frei. Spenden werden erbeten.

 

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Am Tag darauf, dem 20. September lädt die Hospizgruppe zu ihrem großen Jubiläumstag ein. Von 11.00-17.00 Uhr stellen sich in der Stadtscheune Otterndorf neben der Hospizgruppe Einrichtungen vor, die Menschen in verschiedenen Lebenslagen begleiten. Der „Kreislauf des Lebens" beginnt bei der Hebamme und endet mit Pflegeeinrichtungen, der Hospizgruppe und dem Bestattungsinstitut. Dazwischen stellen sich Kindergärten, Schulen, der Sportverein oder auch die Telefonseelsorge vor. Das Programm an diesem Tag wird musikalisch umrahmt. Jeweils zur vollen Stunde gibt es einen Kurzvortrag – u.a. auch von der Hospizgruppe. Die Otterndorfer Kindergärten bieten ein Programm für Kinder an. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.

 

Leider kann die Schirmherrin, Sozialministerin Rundt, an dieser Veranstaltung nicht teilnehmen. Ihr Grußwort wird jedoch im Rahmen weiterer Grußworte und Glückwünsche zum Jubiläum verlesen und kann hier schon nachgelesen werden:

Grußwort der niedersächsischen Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Cornelia Rundt, anlässlich des 15-jährigen Bestehens der Hospizgruppe Land Hadeln e. V.

Cornelia Rundt-r

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder der Hospizgruppe Land Hadeln,

die Wegbereiterin der Hospizbewegung, Ciceley Saunders, hat einmal erklärt: „Sie sind wichtig, weil Sie eben Sie sind. Sie sind bis zum letzen Augenblick Ihres Lebens wichtig und wir werden alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben können."

Dieser Gedanke, der kennzeichnend für die Hospizbewegung ist, spiegelt sich auch in der Arbeit der Hospizgruppe Land Hadeln wider. „Leben bis zuletzt", heißt es programmatisch auf dem Briefbogen, mit dem Sie mich zur Feier Ihres Jubiläums eingeladen haben, an dem ich leider aufgrund anderer Verpflichtungen nicht teilnehmen kann. Um diesen Anspruch umzusetzen, stellen Sie sich individuell auf die todkranken Menschen und ihre Angehörigen ein, die Sie in der letzten Phase des Lebens begleiten. Die Form der Begleitung fällt dabei ganz unterschiedlich aus, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten. Manchmal ist es nur ein Gespräch, ein Anruf oder ein Spaziergang, die einen großen Unterschied für die sterbenden Menschen und ihre Angehörigen sowie Freundinnen und Freunde machen.

Dieses wichtige und beeindruckende Engagement hat in der Region Tradition. Die Hospizgruppe Land Hadeln kann in diesem Jahr bereits ihren 15. Geburtstag feiern. Zu diesem besonderen Anlass gratuliere ich sehr herzlich. Hospizarbeit stellt hohe Anforderungen an alle Betroffenen, gerade auch an die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Sie müssen oft an ihre Grenzen gehen, aber sie bekommen auch etwas zurück. Ich glaube, Sie werden mir zustimmen, dass die Begegnungen mit den Menschen in ihrer letzten Lebensphase unendlich bereichernd sein können. Es zählt zu den großen Verdiensten der Hospizbewegung, dass sie eine Diskussion darüber angestoßen hat, was humanes Sterben ausmacht. Nicht der Tod, nicht das Ende, steht im Mittelpunkt, sondern „Leben bis zuletzt". Ich danke allen Mitgliedern der Hospizgruppe, die sich dieser verantwortungsvollen Aufgabe widmen und wünsche Ihnen alles Gute für ihre künftige Arbeit.

Ihre
Cornelia Rundt
Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

  

Hospizgruppe Land Hadeln hat ein bewegtes Jahr hinter sich

Neue Koordinatorin tritt am 1. April Stelle an

VON THOMAS SCHULT

OTTERNDORF. Die Hospizgruppe Land Hadeln blickt 2014 auf ihr 15-jähriges Bestehen zurück. Das heißt, seit 1999 hat der Verein nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Enttabuisierung von Sterben und Tod in der Öffentlichkeit geleistet, sondern auch zahlreiche Sterbende und ihre Angehörigen in einer schwierigen Lebensphase begleitet.

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                                                                                                 Foto: Rita Kamps, Nordleda

Eine Leistung, die sich nur schwer in Zahlen ausdrücken lasse, denn diese sagten nichts über die Arbeit aus, die von den ehrenamtlichen Begleitern geleistet wurde. Aber doch seien sie wichtig für die finanzielle Förderung und damit auch für die Aus- beziehungsweise Weiterbildung der Mitarbeiter, sagte der Vorsitzende der Hospiz-gruppe Pastor Bert Hitzegrad auf der Hauptversammlung. So seien im vergangenen Jahr von 15 Aktiven 36 Sterbebegleitungen geleistet worden, die höchste Zahl seit dem Bestehen der Gruppe. Eine Zahl, die alle an den Rand der Belastungsgrenze geführt habe und die zeigt, dass weiter Aktive dringend gebraucht würden.
Hoffnungsfroh stimme Hitzegrad die Tatsache, dass im Juni ein Ausbildungskurs beendet würde und dann vier zusätzliche Mitarbeiter kämen. Trotzdem müsse der Verein schon jetzt fleißig Werbung machen für den folgenden Kurs, der 2015 beginnt.


Viele Veranstaltungen


Als sehr erfreulichen Umstand konnte Hitzegrad die Wiederbesetzung der Koordinatorenstelle bekannt geben. Die Otterndorferin Birgit Meyer wird am 1. April ihren Dienst antreten und damit nach dem Ausscheiden von Steffi Giese die entstandene Lücke wieder schließen. Rückblickend auf die Aktivitäten in 2013 stellte Hitzegrad fest, dass ein sehr bewegtes Jahr hinter der Hospizgruppe liege. Zahlreiche Veranstaltungen seien durchgeführt und damit ein großes Maß an Öffentlichkeitsarbeit geleistet worden.

Dies solle auch im vom Jubiläum geprägten Jahr weitergehen. So werde es Mitte August eine Ausstellung in der Galerie der Stadtscheune geben, einen Vortrag über das Leben im Hospiz, ein Puppenspiel und einen Aktionstag am Sonnabend, 20. September, in der Stadtscheune. Formalien galt es auf der Hauptversammlung ebenfalls noch zu erledigen. Eine Satzungsänderung gibt zukünftig auch den passiven Mitgliedern ein Stimmrecht und somit das gewünschte stärkere Mitspracherecht. Frauke Zahrte wurde als stellvertretende Vorsitzende in ihrem Amt bestätigt. Den Posten der scheidenden Kassenführerin Johanna Römmer übernimmt Brigitte Haase.

Weitere Informationen zur Hospizgruppe Land Hadeln gibt es im Internet unter: www.hospizgruppe-land-hadeln.de

NEZ vom 27.3.2014

   

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